Welche Anwendungsgebiete hat Gelatine in der pharmazeutischen Industrie?
1. Kapselproduktion
Über 90 % der oralen festen Darreichungsformen verwenden GelatinekapselnDie HartkapselDie aus Gelatine, Wasser und Weichmachern hergestellten Kapseln umschließen Pulver oder Granulate, überdecken bittere Geschmacksstoffe und schützen die Arzneimittel vor Feuchtigkeit.WeichgelatinekapselnFlüssige oder halbfeste Substanzen (z. B. Fischöl) lassen sich versiegeln und ermöglichen so eine präzise Dosierung und leichte Absorption. Ihre Biokompatibilität und die Fähigkeit, sich im Magen-Darm-Trakt aufzulösen, machen sie ideal für die Arzneimittelverabreichung.
2. Arzneimittelverabreichungssysteme
Gelatinebasierte Mikrosphären und Nanopartikel werden für die kontrollierte Wirkstofffreisetzung entwickelt. Durch Anpassung der Vernetzung der Gelatine lässt sich die Freisetzungsrate individuell einstellen – von sofort bis hin zu einer über Wochen anhaltenden Freisetzung. Dies ist entscheidend für Medikamente, die einen gleichmäßigen Blutspiegel erfordern, wie Schmerzmittel oder Hormone. Die biologische Abbaubarkeit der Gelatine gewährleistet, dass diese Träger im Körper sicher abgebaut werden.
3. Wundversorgung
Gelatineschwämme und -hydrogele werden in der Chirurgie zur Blutstillung eingesetzt. Sie absorbieren das 40- bis 50-fache ihres Eigengewichts an Blut und bilden ein Gel, das Gerinnungsfaktoren aktiviert. Als Gerüstmaterial unterstützt Gelatine die Zellmigration und Geweberegeneration und beschleunigt so die Wundheilung bei Verbrennungen und Geschwüren. Ihre Biokompatibilität minimiert Immunreaktionen – ein entscheidender Vorteil gegenüber synthetischen Alternativen.














